Heutzutage ist das Internet trotz seiner immensen Reichweite und Größe für viele immer noch nur beschränkt bis gar nicht nutzbar. Körperliche und geistige Einschränkungen hindern viele Menschen daran, von der riesigen Vielfalt des Internets und der digitalen Welt zu profitieren. In einer immer digitaler werdenden Welt ist es jedoch wichtiger denn je, Websites so zu gestalten, dass sie für alle Menschen zugänglich sind – unabhängig von ihren physischen oder kognitiven Einschränkungen. Mithilfe der digitalen Barrierefreiheit soll es allen Nutzern ermöglicht werden, uneingeschränkt auf Informationen und Dienstleistungen im Internet zuzugreifen. Doch wie erreicht man digitale Barrierefreiheit? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Schritte dafür notwendig sind.
Was ist digitale Barrierefreiheit und warum ist sie wichtig?
Unter dem Begriff digitale Barrierefreiheit versteht man die Gestaltung von digitalen Inhalten, wie Websites, die so angepasst wurden, dass sie sowohl von Menschen mit körperlichen Behinderungen (z. B. motorischen Einschränkungen oder Sehbehinderungen) als auch von Menschen mit temporären Einschränkungen oder von Personen, die aufgrund von Alter oder Technologiebarrieren Schwierigkeiten bei der Nutzung digitaler Inhalte haben, genutzt werden können.
Digitale Barrierefreiheit: Regelmäßiges Testen und Überprüfen der Website
Es reicht nicht aus, Ihre Website nur einmal auf Barrierefreiheit zu testen und anzupassen – sie muss regelmäßig auf Barrierefreiheit geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Nur so können Sie garantieren, dass die Website für alle tatsächlich zugänglich bleibt. Die Einhaltung der Barrierefreiheit ist ein fortlaufender Prozess. Jedes Update, neue Inhalte, Funktionen oder mobile Apps können neue Barrierefreiheitsprobleme mit sich bringen. Dadurch verringert sich das Risiko, an Barrierefreiheit einzubüßen, und negative Auswirkungen auf Nutzer können vermieden werden. Hier einige Tipps für regelmäßige Tests:
- Automatisierte Tools nutzen: Mithilfe von automatisierten Tools ist es möglich, die Website regelmäßig ohne großen Aufwand zu testen. Solche Tools analysieren Ihre Website und geben Hinweise, wo es Verbesserungsbedarf gibt.
- Benutzerfeedback einholen: Das beste Feedback erhalten Sie immer noch in der Praxis, weshalb Sie Tests mit echten Nutzern durchführen sollten – insbesondere mit Menschen, die auf assistive Technologien angewiesen sind.
- Barrierefreiheit von Anfang an einplanen: Wenn Sie eine neue Website erstellen, ist es empfehlenswert, Barrierefreiheit von Anfang an in den gesamten Entwicklungsprozess einzubeziehen.
Digitale Barrierefreiheit im Web: Wie kann sie helfen?
- Kognitive Einschränkungen: Durch klare, einfache Sprache, strukturierte Inhalte und eine intuitive Navigation wird es Menschen mit kognitiven Einschränkungen erleichtert, zu verstehen, wie Ihre Website funktioniert. Überladene Layouts oder ablenkende Bilder, Buttons und Animationen sollten vermieden werden, da diese die Konzentration beeinträchtigen und das Interesse senken können.
- Motorische Einschränkungen: Es sollte möglich sein, mithilfe von Tastenkürzeln und Sprachbefehlen durch Ihre Website zu navigieren. Dies hilft Menschen mit motorischen Einschränkungen, die beispielsweise Schwierigkeiten haben, eine Maus zu benutzen oder viel auf einer Tastatur zu tippen. Achten Sie außerdem darauf, dass klickbare Elemente größer gestaltet werden, damit keine präzisen Mausbewegungen erforderlich sind.
- Hörbehinderung: Falls Sie Video- oder Audioinhalte auf Ihrer Website anbieten, sollten Sie Transkripte oder Untertitel einfügen. Die Lautstärke von Audioinhalten sollte individuell anpassbar sein, damit Personen mit Hörgerät es einfacher haben, sich auf die Inhalte einzustellen.
- Sehbehinderung: Screenreader-Unterstützung sollte auf Ihrer Website integriert werden, damit Menschen mit Sehbehinderung digitale Inhalte lesen können. Mithilfe von Sprachausgabe oder Braillezeilen wird der Text durch den Screenreader in hörbare oder tastbare Informationen umgewandelt. Inhalte sollten immer auch in Textform vorliegen, und für Bilder sollten alternative Texte (ALT-Texte) bereitgestellt werden. Zudem sollte die Navigationsstruktur klar und einfach gehalten werden. Durch ausreichende Kontraste, änderbare Schriftgrößen und skalierbare Layouts können Sie ebenfalls zu einer nutzerfreundlicheren Website beitragen.
Digitale Barrierefreiheit am Beispiel des FC Bayern München
Der FC Bayern hat in den letzten Monaten das Design seines gesamten Markenauftritts aktualisiert, um sich besser an die neuen Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) anzupassen. Das Gesetz, das im Juni 2025 in Kraft tritt, legt unter anderem fest, dass das Kontrastverhältnis zwischen Text und Hintergrund in digitalen Medien den Web-Content Accessibility Guidelines entsprechen muss. In diesem Zusammenhang wurde auch das Vereinslogo des FC Bayern erstmals seit der letzten Anpassung im Jahr 2017 geringfügig modifiziert.
Mit dieser Neuerung möchte der FC Bayern das Nutzererlebnis für alle Menschen verbessern. Die Einführung des neuen Designs erfolgt schrittweise und betrifft nicht nur digitale Kanäle, sondern auch alle anderen Markenmaterialien, da das FC-Bayern-Logo und die Corporate Identity einheitlich verwendet werden.